Eisige Mission Teil V

Langsam bewege ich mich durch die Tunnel, die einfach kein Ende nehmen wollen. Ich laufe nun schon gut 90 Minuten. Rechts, links, bergauf, bergab. Ohne das Datenpad hätte ich mich wohl schon verlaufen. Vielleicht habe ich das auch, wer weiß. Zumindest gibt es immer einen Seitentunnel in die Richtung, die mir das Datanpad anzeigt.

Eisige Mission Teil IV

Es ist ungewohnt wieder hier zu sein. Ich gehe durch den langen Flur, der von zig Gemälden gesäumt wird. Janinn hatte mir zu fast jedem eine mehr oder weniger spannende Geschichte erzählt. Ob diese wirklich stimmen, weiß nicht, jedoch habe ich es genossen, ihm zuzuhören, während er seine Erzählungen mit akrobatischen Einlagen und dramatischen Sterbeszenen untermalte.

Ich erreiche die große hölzerne Tür, greife nach dem schweren Metallgriff und atme tief durch, bevor ich sie langsam aufschiebe. Laut knarksend öffnet sie sich und Janinns Augen weiten sich, als er mich erblickt. Ein paar Sekunden schaut er mich an, als würde er einen Geist sehen, bevor er von seinem Thron aufspringt und auf mich zugelaufen kommt. Sein Lauf endet erst, als mein Lichtschwert nur noch wenige Millimeter von seinem Hals entfernt ist. Sein Blick schwenkt von Freude zur Erkenntnis über. Er kneift seine Augen zusammen und wendet seinen Blick von mir ab: „Du kannst dich erinnern!“, stellt er fest. „Ja.“ Er sieht mich erneut an. Es scheint, als wolle er etwas in meinem Blick finden. Ich senke meinen Blick und stecke mein Lichtschwert wieder ein. Ich kann es einfach nicht. Ich kann ihn nicht hassen.

Eisige Mission Teil II

Zwei Tage lang marschieren wir nun schon, nur unterbrochen durch kleinere Pausen zum Kräftesammeln oder Schlafen. Selbst ich merke die Erschöpfung in jeder einzelnen Faser meines Körpers. Wenn ich daran denke, dass wir den ganzen Weg auch wieder zurücklaufen dürfen…

Ich versuche diesen Gedanken zu verdrängen. Wenigstens müssen wir nicht mehr durch den Schnee stapfen, wodurch wir wesentlich schneller vorankommen. Nachdem wir nach einem Tagesmarsch die Schlucht erreicht haben, fanden wir nach einem weiteren halben Tag den ersehnten Höhleneingang. Und seit einem halben Tag wandern wir nun durch den Berg. Ich weiß nicht genau, ob wir bergauf oder bergabwandern. Man verliert hier drin jegliches Gefühl für Höhe oder Zeit.

Eisige Mission Teil III

Langsam schärft sich das Bild, als ich die Augen öffne. Der einheitliche Farbenbrei entwirrt sich und die Konturen meiner Umgebung fügen sich zu einem Bild zusammen, wobei die graue Decke, die sich über mir erstreckt, nicht allzu viel zu bieten hat. Ich versuche, mich aufzusetzen, doch als sich alles um mich herum zu drehen beginnt, lasse ich mich wieder in die liegende Position zurückfallen.

Ich drehe meinen Kopf langsam zur Seite, um den Raum um mich herum zu erfassen. Neben mir steht ein Koltotank und ich liege relativ hoch, außerdem höre ich jetzt die piepsende Maschine neben mir. Ich hebe meinen linken Arm und sehe, dass er komplett in einem dicken Verband eingehüllt ist und mehrere Schläuche in ihm verschwinden. Keine Frage, ich bin auf einer sehr sehr kleinen Krankenstation.

Eisige Mission Teil I

Ich atme tief ein und bereite mich seelisch und moralisch auf die folgenden Stunden vor, bevor ich die Tür öffne und nach draußen trete. Der Temperaturunterschied schlägt sofort und mit aller Härte zu. Die eisige Luft schneidet sich in meine Haut und meine Nasenflügel brennen bei jedem Atemzug. Ich kneife die Augen zusammen, weil meine Augen von dem grellen Licht schmerzen. Ich ziehe mir das Stofftuch, welches ich um den Hals trage über mein Gesicht, so dass mein Mund und meine Nase vor der Kälte geschützt sind. Ich schaue hinter mich und prüfe, ob alle Teammitglieder da und bereit sind. Ich hebe meinen linken Arm und gebe damit das Startsignal für die Expedition.