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Die Akte Bishop VIII

Alte Geister

 

Malon Bishop stand hinter einer Barriere aus Schrott in dem breiten Zugangstunnel ihres Bunkers. Noch einmal kontrollierte er die Frequenzen der Sprengladungen weiter oben im Tunnel. Jeder Eindringling würde einen hohen Blutzoll zahlen müssen. Trotzdem würde man sie überrennen. Von der 243ten und den anderen Versprengten war nur eine Handvoll einsatzbereit. Von den Offizieren war keiner auf den Beinen und als Sergeant war er nun die Nummer Zwei in der Befehlskette. Neben ihm hockten einige wenige demoralisierte, schmutzige und verwundete Soldaten, die sich an ihre Waffen klammerten. Weitere Opfer für die Imperiale Kriegsmaschinerie, die ohne Rücksicht auf eigene Verluste durch ihre Stellungen gepflügt war.

Sie hatten sich teuer verkauft angesichts der Umstände. Aber wen interessierte das schon... so viele Tote für eine Welt, die nach dem Verlust des Raumdocks strategisch vollkommen wertlos war. Sie waren für nichts gestorben. Sie waren am Boden geblieben um Zeit für die Flotte zu erkaufen. Zeit für eine Flotte, die immer noch nicht hier war. "Du wirst auch für nichts sterben, ohne deinen Sohn aufwachsen zu sehen" schoss es ihm durch den Kopf. Aber das stimmte nicht. Er war frei. Frei, um für das zu kämpfen, was ihm wichtig war: Die Republik und dass sein Sohn in einer freien Welt aufwachsen könne. Er spürte keine Reue, nur das Bedauern, nicht noch mehr Sith getötet zu haben.

Er versuchte aufrecht zu stehen und wenigstens etwas Zuversicht auszustrahlen, wenn er auch selbst keine verspürte.

Schlussendlich lehnt er sich doch wieder an die Barriere. Sein seit Tagen gebrochenes Bein brachte ihn um vor Schmerzen. Die Sanis wollten ihm keine Schmerzhemmer mehr geben, also hatte er sie von Toten geplündert. Völlig egal, ob er bald davon abhängig sein würde. Er verabreichte sich einen weiteren Stim und der Schmerz lies schnell nach. Die Blasterschusswunden merkte er schon gar nicht mehr.

Plötzlich brüllte Bellmann, dass man die allgemeine Frequenz einschalten solle, es gäbe eine Nachricht der Imps. Er aktivierte sein COM und wählte den Kanal an:

 

"In Treue an den Imperator, unseren unsterblichen Herrscher, erkläre ich die Vernichtung von Ichium und all jener, die sich gegen das Imperium gestellt haben. Ich verurteile die Feinde des Imperiums zum Tode. Ich, Darth Momon, unterzeichne das Todesurteil einer ganzen Welt und übergebe all seine Seelen der Verdammnis. Der Imperator beschützt."

 

Es brauchte einen Moment, bis ihm durch den chemischen Nebel der Schmerzmittel der Sinn der Worte klar wurde. Sie werden die Turbolaser der imperialen Flotte auf ihre Stellung Abfeuern.

Ichium war für ihn das Ende und das wusste er nur zu gut. Bilder von den Kämpfen und der zerstörten Oberfläche des Planeten schossen ihm durch den Kopf. Und das Lachen seines Sohnes…

 

20 Jahre später.

Ein nervtötendes Gepiepse riss Geib aus seinen Träumen. Träume aus der Kindheit, aus besseren Zeiten… Er richtete sich im Bett auf und setzte sich auf die Bettkante. Nemoe lag halb zugedeckt da. Mit einem leisen Stöhnen drehte sie sich auf die Seite und wandte ihm den Rücken zu. Noch leicht Schlaftrunken stand er auf und ging aus dem Zimmer in Richtung des Piepsens, das wohl von einer Holocomstation kam.

Er stolperte über verstreute Kleidungsstücke die am Boden lagen. Stille Zeugen der vergangenen Nacht, in der man es nicht erwarten konnte, sich ihrer zu endledigen. Geib schlüpfte in seine Hose die über einer Stehlampe hing und ging leise fluchend zur Comstation und nahm das Gespräch an. „Weiß man denn nicht, dass es grade mal 4:43 ist?“ sagt er leicht genervt als Begrüßung, während sich das Bild aufbaut.

Erst ist nur ein leerer Raum zu sehen, drei Sekunden später tritt ein Mensch ins Bild. Der Mann scheint schon älter zu sein, sein kurzes Haar ist ergraut. Tiefe Furchen durchziehen sein Gesicht. Er trägt abgetragene Sachen die wohl so alt sind wie er selbst. Am auffallendsten ist der rechte Cyborgarm. In den Augen des Fremden ist ein gewisses Leuchten zu erkennen, dass Geib bekannt vorkommt, doch er wüsste nicht, woher er diesen Mann kennen sollte. Dann plötzlich wurde es ihm klar, als der Mann anfing zu sprechen..

„Hallo, mein Sohn!“……..

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