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Die Akte Bishop VI

 

Von Jägern und Gejagten

 

Flackernde Beleuchtung an der Decke, hier und da noch die  Überreste von meinen Artgenossen. Der Geruch von verbranntem Fleisch und frischem Blut haftet noch an ihnen. Dünne Rauchsäulen steigen aus kleinen runden Löchern von ihren Körpern, abgetrennte Krallen liegen nicht weit verteilt um  sie herum. Ich atme tief ein um diesen Geruch einzufangen. Ja da ist er. Der süße Geruch von frischem Fleisch, Angst und Blut. Die Gier steigt unermesslich in mir. Wut, Hunger, Gier sind meine einzigen Gedanken. Langsam setze ich mich in Bewegung, die Spur weiter verfolgend. Da plötzlich, höre ich wieder diese Geräusche, die mir von Kämpfen berichten. Durch die ehemaligen Lüftungsschächte dringen sie zu mir, ich bleibe stehen, versuche die Gier zu unterdrücken, um nicht gleich los zustürmen. Meine Krallen drücken sich in den Boden aus Dreck, Kot und Schrott, der sich in den Jahrhunderten hier gesammelt hat. Ich kenne diese Tunnel gut, seit einer Ewigkeit jage ich hier, kleinere Beute, schwächere und kranke meiner eigenen Art. Und in letzter Zeit auch immer mehr von diesen Zweibeinern, mit diesen leuchtenden Stäben, die einem ganze Krallen und Beine abtrennen können und die Wunden brennen. Oder diesen Zischer die leuchtendes Licht werfen, das das Fleisch verbrennt.

 

 

Die Schächte sind eine gute Möglichkeit, um meine Beute zu umkreisen und sie unerwartet von hinten zu erlegen. Geifer läuft mir schon die Reiszähne runter, es kommt mir vor als könne ich schon das Blut schmecken. Wieder muss ich die Gier unterdrücken. Ich krieche in den schmalen Schacht, ein paar Meter dann geht dieser steil nach oben. Meine Krallen bohren sich in die Wände, meine Muskeln ziehen mich Stück für Stück hoch. Da ich höre meine Beute schon rufen, oh wie ich gegen die Gier kämpfen muss. Es sind gleich mehrere, die sich zurufen, ich kann sie riechen. Ihre Angst!

 

Die obere Ebene habe ich recht schnell erreicht, der Durchgang ist durch ein rostiges Gitter versperrt. Wut keimt in mir auf, ich lasse ihr freie Bahn. Ich werfe mich mit aller Wucht dagegen, ein, zwei Mal und da beim dritten Mal lande ich im Flur dahinter. Ich schüttel mich kurz, der Geruch ist hier noch stärker. Ich folge ihm. Der Flur verengt sich durch von der Decke abgefallenen Schutt.  Ich spüre meinen Puls, wie er rast als ich das Geräusch von Zischern höre. Meine Krallen tragen mich schnell und lautlos, ich habe keine Kontrolle darüber mehr wie schnell sie mich zu meiner Beute tragen…

 

Die Zischer werden immer lauter, sie kommen aus einem großen Raum am Ende von dem kleinen Flur. Es ist eine Halle, rostige Brücken haben sich aus den Deckenverkleidungen gebildet, die drohend über allem hängen. Ein gezielter Sprung und ich bin auf einer, die ein paar Metern über dem Boden hängt. Aus dem Flur vor dem Eingang kann ich Licht aufflackern sehen, das von den Zischern kommt. Die Wut, das Verlangen und der Hunger sind kaum noch zu unterdrücken. Der Geruch von Blut, Schweiß und Angst sagen mir, dass die Beute gleich von meinen anderen Artgenossen in die Halle getrieben werden. Ohh diese Vorfreude, diese Spannung und dann…..

 

Taris 02:34 Standardzeit

 

In den Ruinen einer alten Chemiefabrik kämpft eine kleine Gruppe ums Überleben…

 

„Mist meine Energiezelle ist fast leer! Wir müssen hier weg!“ rief Geib über die Schulter nach hinten zu Nemoe und den anderen.

 

„Hinter dieser Halle befindet sich ein Treppenhaus, das nach draußen führt, laut der alten Karte“ rief Mera laut, um das Blasterfeuer von Blister, der hintern einem abgestürzten Deckenpfeiler in Deckung gegangen war, zu übertönen.

 

„Dann nichts wie raus hier!“ ertönte die Stimme von Nemoe.

 

Die Gruppe rannte durch die Halle umkreiste einige Schutthaufen, um dann erschrocken vor dem verschütteten Durchgang zu stehen. „Was nun?“ fragte Meral atemlos. „ich hab keinen Bock für irgend so ein altes Datacron hier zu verrecken!“ „Beruhig dich!“ fuhr Blister sie an. „Wartet kurz, ich werde schauen, was ich mit der Macht ausrichten kann.“ Sprach Nemoe mit sanfter Stimme und steckte ihr Doppellichtschwert weg, und fokussierte mit der Macht den Schutthaufen an. Sie spürte die Macht um sich. Sie spürte die Anspannung, die Angst ihrer Begleiter und sie spürte noch etwas. Hunger, Wut und Gier…    

 

Ihr Blick richtete sich langsam nach oben. Auf einer Vorrichtung die von der Decke hing, saß es. Das große Maul mit seinen Scharfen Reißzähnen an denen schon der Geifer runter tropfte, der große Rakghul setzte zum Sprung an und noch bevor Nemoe etwas sagen konnte, traf der Rakghul im Flug mit seiner Kralle sie im Gesicht. Er warf sie um und landete auf ihr. Die Wunde im Gesicht brannte wie ein Vulkan. Der Aufprall auf dem Boden und der Rakghul auf ihrer Brust pressten die letzte Luft aus ihrem Körper. Sie rang nach Luft, versuchte sich das Vieh vom Leib zu drücken. Sie konzentrierte sich und mit einem Machtstoß schleuderte sie den Rakghul von sich.

 

Den Rest bekam Nemoe wie unter einem Schleier mit. Der Rakghul wurde durch den Machtstoß gegen eine Metallstange geschleudert, die ihn durchbohrte, er zuckte noch kurz bevor ihn die letzte Lebensenergie verließ. Sie richtete sich auf und mit einfachen Handbewegungen räumte sie den Schutt weg. Mit Deckungsfeuer rückte die Gruppe in das Treppenhaus vor und dann wurde ihr übel und die Beine versagten ihren Dienst. Sie sackte auf die Knie und eine angenehmen Ohnmacht überkam sie….

 

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