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Eisige Mission Teil III

Langsam schärft sich das Bild, als ich die Augen öffne. Der einheitliche Farbenbrei entwirrt sich und die Konturen meiner Umgebung fügen sich zu einem Bild zusammen, wobei die graue Decke, die sich über mir erstreckt, nicht allzu viel zu bieten hat. Ich versuche, mich aufzusetzen, doch als sich alles um mich herum zu drehen beginnt, lasse ich mich wieder in die liegende Position zurückfallen.

Ich drehe meinen Kopf langsam zur Seite, um den Raum um mich herum zu erfassen. Neben mir steht ein Koltotank und ich liege relativ hoch, außerdem höre ich jetzt die piepsende Maschine neben mir. Ich hebe meinen linken Arm und sehe, dass er komplett in einem dicken Verband eingehüllt ist und mehrere Schläuche in ihm verschwinden. Keine Frage, ich bin auf einer sehr sehr kleinen Krankenstation.

Ich schließe meine Augen und versuche mich daran zu erinnern, was passiert ist, als eine Männerstimme neben mir erklingt: „Ah, du bist erwacht.“

Er steht lässig an den Türrahmen gelehnt und lächelt mir zu. „Mich hattest du wohl nicht erwartet, was?“, fragt er mit einem leichten Grinsen. Selbst auf Korriban habe ich nur selten jemanden seiner Art gesehen, so dass ich eine Weile brauche, um mich zu fangen. „Entschuldigung“ beginne ich kratzig und fahre mir erschrocken mit der Hand über meinen Hals, stelle jedoch fest, dass zumindest rein äußerlich alles in Ordnung ist. „Müsste ich Sie kennen?“ Er stellt sich auf und nimmt ein Glas Wasser, welches neben dem Bett steht, um es mir zu reichen. Während ich es entgegennehme, mustert er mich fragend. Er hat braune Haare, die glatt an seinem Gesicht herunter fallen und markante Schmuckstücke, die seine Nase und seine Unterlippen zieren. Er setzt sich neben mich aufs Krankenbett: „So hatte ich mir unser Wiedersehen nicht unbedingt vorgestellt. Ich dachte du wirst Ohnmächtig, wenn du mich siehst oder fängst an, mich anzuschreien. Das ist irgendwie unbefriedigend. Was ist denn das letzte, woran du dich erinnerst?“

Ich drehe meinen Kopf zur Decke und denke nach. „Eigentlich erinnere ich mich an alles bis zu dem Moment, wo mich das Vieh angegriffen hat. Danach ist alles weg.“, sage ich und sehe ihn wieder an. „Wieso warst du auf Hoth?“, fragt er. „Weil mein Meister mich dort hingeschickt hat.“ Sein Gesichtsausdruck ändert sich zu völligem Unverständnis: „Dein Meister?“ „Ja. Darth Janinn. Er ist seit mehreren Monaten mein Meister.“ „Oh.“ Erwidert er nur, bevor er seinen Kopf schräg legt und mich erneut mustert.  „Wo warst du, bevor du Janinn zugeteilt wurdest?“

„Auf Korriban zur Ausbildung.“ „Wie heißt du?“ „Kayleena?“, jetzt sehe ich ihn misstrauisch an. Ich denke, er kennt mich. Warum fragt er mich dann nach meinem Namen? „Und wer seid Ihr?“ Sein Blick ändert sich von fragend zu betrübt: „Tragori.“

Nach einer langen und ruhigen Pause, steht er auf und fragt: „Kannst du aufstehen?“. Als ich kopfschüttelnd verneine, schiebt er seinen einen Arm unter meine Knie und den anderen unter meinen Rücken, bevor er mich behutsam hoch hebt. Als ich meine Arme um seinen Hals legen will, um mich festzuhalten, bemerkt er, dass die Schläuche noch daran befestigt sind und ruft nach jemandem namens Talos, welcher auch sofort herbei geeilt kommt, um mich davon zu befreien. 

„Du schläfst ab sofort in meinem Quartier. Das Krankenbett ist ja eine Zumutung. Ich suche mir solange eine andere Schlafmöglichkeit.“ Ich lächle ihn an und ich denke, dass er das unausgesprochene „Danke“ in meinen Augen ablesen kann. Er legt mich auf seinem Bett ab, welches wesentlich bequemer und größer als mein bisheriger Schlafplatz ist und setzt sich auf die Bettkante.

Wieder schaut er mich lange an, ohne etwas zu sagen. Ich sehe viele unausgesprochene Fragen auf seinem Gesicht, doch schlussendlich erhebt er sich und geht, ohne auch nur ein Wort zu sagen.

Nach zwei Tagen, in denen ich viel geschlafen habe und in denen ich von Talos versorgt wurde, traue ich mich endlich aufzustehen. Eine junge Togruta hatte mir am Vortag wortlos Kleider ans Bettende gelegt, die passen, wie angegossen. Sie sind ein bisschen zu farbenfroh für meinen Geschmack, doch wesentlich besser, als in Unterwäsche durch die Gegend zu laufen. Als ich aus dem Schlafraum trete, befinde ich mich in einem schmalen Gang. Gegenüber liegt ein Lagerraum. Ich betrete ihn und sehe mein Lichtschwert auf der Werkbank liegen. Ich nehme es an mich und schaue mich um. Sonst kann ich nichts von meinen Sachen entdecken, jedoch fällt mein Blick auf den Spiegel an der gegenüberliegenden Wand. Ich trete an ihn heran und fahre mit den Fingern über mein Gesicht.

Während ich die Narbe betrachte, die quer über mein rechtes Auge verläuft, und nun jedem offen zeigt, dass ich versagt habe, höre ich Stimmengemurmel. Leise gehe ich aus dem Lagerraum und nähere mich den Geräuschen. Sie kommen vom Brückendeck. Ich höre die Stimme von Tragori: „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Sie scheint sich daran überhaupt nicht mehr zu erinnern.“.

Die zweite Männerstimme kann ich nicht zuordnen: „Und was willst du sonst mit ihr machen? Irgendwann wird sie wieder zu ihm zurück wollen. Jetzt haben wir die besten Chancen, sie mitzunehmen.“

„Nichts für Ungut, aber ich glaube nicht, dass sie momentan freiwillig mit dir mitgehen wird.“

Ich bin neugierig und schaue vorsichtig um die Ecke. Als ich den Gesprächspartner von Tragori sehe, trifft mich fast der Schlag und ich presse meine Hand vor den Mund, um einen Schrei zu unterdrücken. Ich schaue mich panisch um und entdecke den Weg zum Ausgang. Ich höre keine Maschinengeräusche, so dass wir uns hoffentlich in irgendeinem Raumhafen befinden müssen. Ich gehe so schnell es mir möglich ist zum Ausgang und öffne die Tür. Die große und kalte Halle wird nur durch künstliches Licht erhellt. Ich sehe auf der anderen Seite den Ausgang und renne auf ihn zu. Nach nur wenigen Metern merke ich, wie schwach ich bin, zwinge mich aber weiter zu laufen. Als ich nur noch wenige Schritte von der Tür entfernt bin, kann ich mich auf einmal nicht mehr bewegen. Ich stehe da wie eingefroren und kann keinen Muskel mehr rühren. Nach einigen Sekunden in der Starre, tritt Tragoris Gesprächspartner in mein Sichtfeld. Er sieht genauso aus, wie ich ihn in meinen Träumen sah: groß, tiefblaue Augen, brauner Vollbart. Der gutaussehende Jedi, mit dem mysteriösen Symbol auf der Robe. 

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