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Akaru´s Holocronaufzeichnungen IV

Akarus Holocronaufzeichnungen IV

 

Familie

 

1 Stunden später

Wissen wir überhaupt die richtige Richtung?“, klagt Daju. „Ein paar Meilen nordöstlich müsste sich eine Oase befinden.“, entgegnet Saya. Die Leute sind müde, sie müssen sich ausruhen! Wir schlagen hier unser Nachtlager auf und du gehst die Gegend nach dieser Oase auskundschaften, Daju!“, wirft Akaru ein. Dieser nickt, richtet sich seine zerlumpte Jedirobe neu uns stapft den inzwischen blutroten untergehenden Wüstensonnen entgegen. „Daju... pass auf dich auf...!“ Er grinst nur, zeigt seinen Daumen nach oben und geht weiter seines Weges.

 

Die Flüchtigen haben eine Schlucht erreicht. Genügend Schutz vor den heißen Sonnen und vor Sandstürmen. Vor allem vor Sandstürmen. Des Nachts ist Tatooine genauso unberechenbar wie tagsüber. Ein Farbenspiel zwischen Rot, Gelb und Orange erhellt den Himmel. Es ist keine einzige Wolke zu sehen. Zumindest kann man einigermaßen bequem liegen, da der Boden auf der Schattenseite dieser Schlucht leicht feucht war – ein geringer Wermutstropfen. Akaru steht oben auf der Spitze der relativ kleinen Schlucht und schaut seinem Padawan hinterher. Hinter ihm taucht auf einmal eine Stimme auf: „Wie ist es so, ein Jedi zu sein?“ „Ein Jedi?“ „Wie ist euer Orden? Gibt es viele von euch?“ Akaru zögert einen Moment, schließlich muss er sich vor Augen halten, dass es sich um einen Ex-Sith handelt, doch irgendetwas in ihm sagt, dass er ihr vertrauen kann. „Dieses Mal auf eurer Hand. Es wird Verbannten der Sith aufgetragen, nicht?“, weicht er gekonnt aus. „Ich sollte ...“ „Ihr müsst euch nicht vor mir rechtfertigen.“ „Nein, es ist schon in Ordnung, ihr habt das Recht zu erfahren, wer ich bin. Nach meiner bestandenen Prüfung wurde ich in das Alderaan-System geschickt. Ich sollte eine Familie, die Verrat am Imperium begangenen hat, töten. Alle, auch die Kinder. Ich sah in ihre Augen, die voller Angst waren. Ich schickte sie weg, sich zu retten. Als mein Meister davon erfuhr, schickte er seine rechte Hand, Valok, um die Sache zu Ende zu bringen und mich zurück zu holen. Valok war es, der mich während meiner gesamten Ausbildung demütigte, bestrafte und mehr ... Anstatt mich mit wie erwartet mit dem Tod zu bestrafen, wurde ich gebrandmarkt und ins Exil geschickt. Mit diesem Mal ist man nirgends mehr beim Imperium willkommen. Zur Republik konnte ich auch schlecht, also versteckte ich mich auf Tatooine, bis Meister Ka´ra mich fand und seiner annahm.“ Akaru erwidert nichts, sondern kommt zur ursprünglichen Frage zurück: “Der Orden ist Familie.“ „Habt ihr keine Familie?“ „Meine Begabung zur Macht wurde schon in früher Kindheit erkannt und ich wurde von meiner Familie getrennt und zum Jediorden gebracht.“ „Das tut mir leid!“ „Das muss es nicht. Meine Brüder und Schwestern sind für mich unersetzbar, ich würde für jeden einzelnen sterben.“ Als Akaru dies sagt, bemerkt er, wie Sayas Blick abschweift und Trauer sich in ihrem Gesicht widerspiegelt. „Meister Ka´ra erzählte nicht viel. Er verabscheute den Orden genauso wie die Sith. Er war meine Familie … er … ist tot, oder?“ Akaru schaut Saya an und legt seine Hand auf ihre Schulter. Nach kurzer Zeit wendet er sich ab und geht zu den Flüchtigen hinab. Er legt sich zwischen zwei Felsen auf seinen ausgebreiteten Mantel. Saya steht noch immer oben und starrt leer in die Ferne, eine Träne kullert ihre Wange herunter. Inzwischen ist es dunkel geworden und Akaru schließt seine Augen.

 

4 Stunden später

Akaru, wacht auf! Akaru, schnell, wacht auf!“ Schlaftrunken öffnet Akaru langsam seine Augen und erkennt Saya, die an ihm rüttelt. „Was ist denn?“ „Jemand ist hier – oder etwas!“ „Und was veranlasst euch dazu, dies zu vermuten?“ „Ich hörte merkwürdige Geräusche und … ich kann es spüren!“ „Mir ist nichts dergleichen widerfahren.“ „Bitte steht auf!“ „Na gut, na gut.“ Akaru steht auf und streckt sich erst mal. Es ist noch immer stockdüster. Er klopft seinen Mantel ab und zieht ihn sich über. „Nichts zu erkennen,“ murmelt er. Er geht langsam in Richtung Oberseite der Schlucht. Dabei muss er aufpassen, auf keinen der Flüchtlinge zu treten, die überall am Boden verstreut nächtigen. „Hier seht selbst!“ Saya reicht Akaru das Fernglas. Er setzt an und schaut hindurch. Nichts. Alles Schwarz. „Vielleicht habt ihr euch getäuscht oder nur schlecht geträumt. Versucht noch ein bisschen zu schlafen!“ Doch kaum ist dieser Satz beendet ertönt ein schriller, heller Schrei einer Frau aus Richtung der Flüchtlinge. Akaru drückt das Fernglas in Sayas Hand und rennt so schnell er kann den Hang hinab. „Was ist geschehen?“ Die hysterische Frau schnappt nach Luft.“ Es ging alles so schnell, jemand war hier und hat meinen Mann entführt!“ „Seid ihr euch dessen sicher?“ „Ich schwöre beim Leben meiner Tochter, er lag direkt neben mir und eine dunkle Gestalt nahm ihn mit!“ „Beruhige dich, ich sehe nach dem rechten.“ Er hält die Hand der Frau währendessen fest und lässt sie nun los. Er schaut sich erneut um. Inzwischen stößt auch Saya wieder zu ihm. Sie greift nach ihrem Lichtschwert, doch Akaru ermahnt sie: „Wir müssen jetzt nicht unbedingt Aufmerksamkeit erregen. Eine aufgebrachte Menge ist das letzte, was wir benötigen! Du schaust dort hinten nach, ich gehe in die andere Richtung!“ Akaru packt seine am Gürtel befestigte Taschenlampe aus, schaltet sie ein und marschiert los. Da er in näherer Umgebung nichts findet, beschließt er, die äußeren Bereiche abzusuchen. Er leuchtet in die von Finsternis umhüllten Felsspalte und jeden noch so kleinen Winkel. Die Anspannung ist ihm deutlich anzumerken. Trotz der anfänglichen Vermutung, nichts gespürt zu haben, fängt er das Schwitzen in der wohlgemerkten kalten Nacht an. *Ein knacken ertönt hinter ihm*. Blitzschnell dreht er sich um und leuchtet die vermutete Stelle an. Nichts. „Bin ich schon paranoid?“ … „AKARU, AKA...“, die Stimme verstummt. Er muss nicht zweimal überlegen um zu wissen, dass es sich um Saya´s handelt. Doch nach 7 Schritten springt er reflexbedingt einen Satz nach hinten, als wie aus dem Nichts jemand vor ihm aus dem sandigen Boden empor steigt. Akaru kann die Gestalt aufgrund der Finsternis nicht identifizieren, lediglich die ebenfalls dunklen Klamotten betonten dies. Ein weißblauer Lichtstrahl in Form eines Metallstabs formt sich vor ihm. Das ist ohne Zweifel ein Elektrostab. Diese Person ist nicht ihm freundlich gesinnt, denn so schnell er auftauchte sticht er nun auch zu. Er verfehlt Akaru, jedoch holt er sofort zum Linkshieb aus, dem dieser gekonnt mir einer Rolle ausweicht. Akaru greift nach seinem Lichtschwert, jedoch kann er es nicht mehr erreichen. Eine weitere Gestalt, die anscheinend komplett im Sand begraben war, taucht hinter ihm auf und versucht ihn von den Beinen zu holen. Er springt darüber hinweg, doch nicht mal eine Sekunde nach seiner Landung vergeht, als ihn die erste Gestalt direkt an der Schläfe trifft. Nach einem sehr kurzen, intensiven Schmerz sackt er regungslos zu Boden. Beide packen ihn an seinen Füßen und schleifen ihn das Tal hinab. Neben ihm kann er noch eine Frau erkennen, die ebenfalls derart grob angepackt wird, bevor er ganz bewusstlos wird. „Saya...?“

 

Am nächsten Tag, irgendwann Spätnachmittag

Der Kopf von Akaru dröhnt, als hätte er 10 Tage lang in einer Cantina mit corellianischem Wein durch gezecht. Er ist noch sichtlich benommen und kann nur mit großer Mühe ganz langsam seine Augen öffnen. „Wo bin ich?“ Seine Hände sind hinter seinem Rücken gefesselt. Er liegt auf einer halb kaputten Holzbank. Nach kurzem umsehen kann er nicht viel entdecken. Alte Wände, die schon vor Schimmel in den Ecken trotzen und noch dazu brüchig und rissig sind. Kein Fenster, nur eine Tür mit Gittern aus massivem Durastahl. Er befindet sich in einer Zelle. Doch wessen Eigentümer sie ist, oder wo sie sich befindet übersteigt seine Vorstellungskraft im Moment. Langsam rappelt er sich auf. „Autsch, das war keine gute Idee!“, denkt er sich, als er sich am Kopf hält. „Junge Junge. Ich habe mich schon mal besser gefühlt.“ Er steht auf und schwankt noch auf schwachen Beinen Richtung Zelltür. „Hallo? Ist hier jemand? HAAALLLOOO?“ „Akaru, bist du das?“ „Saya?“ „Ja, ich bins. Anscheinend bin ich neben dir gefangen.“ „Hast du nur die leiseste Ahnung, wo wir uns befinden könnten?“ „Ich bin mir nicht sicher, in der Ferne sind Tiergeräusche und lauter Stimmen, die durcheinander reden zu hören. Vermutlich sind wir in irgendeiner Stadt oder Dorf gelandet. „Naja, besser als Wüste, oder?“ schmunzelt Akaru, doch das Lachen vergeht ihm gleich wieder, als keine Reaktion kommt. „Kannst du an irgendeinen Gegenstand herankommen? Etwas um die Fesseln zu öffnen oder die Tür?“ „Leider nicht, hier ist alles kahl. Ich glaube ich habe mir den Arm gebrochen!“ „Tut das … ähh. .. nicht weh?“ „Du bist sehr lange weggetreten gewesen. Ich bin vor ca. 4 Stunden erwacht und habe seitdem meditiert.“ „Selbstbeherrschung, Wundheilung und Schmerzunterdrückung, diese Formen der Meditation ist bei den Jedi-Heilern sehr beliebt.“ „Meister Ka´ra brachte es mir einst bei. Im Moment ist es erträglich.“ *Ein quietschendes Geräusch einer rostigen Tür in der Ferne ertönt*. „Ich weiß nicht, was gleich geschehen wird. Konzentriere dich auf deine Wundheilung.“, sagt Akaru noch zu Saya. Doch bevor diese antworten kann, öffnet sich ihre Zelltür und sie wird unter lauten Protestrufen mitgenommen. Akaru kniet sich hin und schließt die Augen. 5 Minuten später kommt jemand zu seiner Zelltür. „Der Gebieter erwartet euch oben!“ Die Stimme war eine sehr tiefe Männerstimme. Als Akaru seine Augen öffnet, sieht er einen dunkelhäutigen Zabrak in einer Söldnerrüstung, mit einem Blastergewehr bewaffnet und mehreren Patronen am Brustpanzer befestigt. „Der Gebieter?“ Der Zabrak antwortet nicht. Stattdessen packt er ihn hinten am Kragen und führt ihn ab.

 

Der Fußweg dauert nicht lange, führt jedoch durch mehrere Korridore, in denen sich wiederum weitere Zellen befinden. „Helft mir!“, ertönt eine schwache Stimme eines abgemagerten Insassen, währen er seine Hand durch die Stäbe streckte. Nachdem sie um die Ecke gehen, bleiben sie auf einem rundem Podest stehen. Der Söldner drückt auf einen Knopf und es setzt sich in Gang. Es handelt sich um einen Aufzug, der gerade dabei ist, nach oben zu fahren. Akaru vernimmt immer lautere Stimmen. Es ist mehr ein Grölen vieler Menschen. Das grelle Tageslicht kommt immer näher und brennt in den Augen. Oben angekommen wird er in einen Käfig geschubst und der Söldner fährt sofort wieder nach unten, während sich die Luke des eben angekommenen Aufzugs schließt. Akaru befindet sind in einem riesigen Käfig. Um ihn herum sitzen und stehen überall Leute und brüllen lauthals durcheinander. „Ist das ein Kolosseum?“, denkt Akaru laut nach. „Nein, es ist eine Arena!“, ertönt Saya hinter ihm auf einmal. „Ich kenne diese Ort. Hier werden Leute zum sterben hingeschickt. Niemand kommt hier leben raus!“ Akaru schaut sich um. Es ist ein riesiges, rundes Steingebilde mit Tribünen übersät. Das Publikum ist eine sehr große Spannweite. Er kann einfache Händler, Farmer aber auch wohlhabendere Leute sämtlicher Rassen entdecken. „Tot den Jedi“, schallt es aus allen Richtungen.

 

*Ein lauter Gong ertönt*

Auf einmal ist alles still. Ein in edlen Gewändern gehüllter Mann tritt auf einem Podest hervor. „Er ist kein Söldner, aber auch kein Sith oder anders“, geht durch Akarus Kopf. „Eine etwas ungewöhnliche hohe Stimme erklingt:“ Jahro der Hutte heißt euch herzlich in seiner Arena Willkommen.“ Ein ziemlich großer Hutte kriecht in Schneckenmanieren zum Podest und die Menge fängt das toben an. Der komische Kauz hebt die Hand und es ist schlagartig wieder ruhig. „Heute, meine lieben Damen und Herren, haben wir etwas ganz besonderes! Zwei Jedi werden gegen den Herausforderer in einem Kampf auf Leben und Tod entgegentreten. Solltet ihr ruhmreich sein, gewährt euch der überaus großzügige Jahro die Freiheit. „Sagt eurem schleimigen Freund, dass er mich mal kann!“, ruft Akaru nach oben. „Provokation macht die Sache auch nicht besser!“, ermahnt ihn Saya. Der Mann verzieht keine Miene. „Wollen wir nun unseren Herausforderer begrüßen!“ Ein Tor auf der anderen Seite öffnet sich und ein großer Mann mit kräftiger Statur betritt die Arena. Er trägt eine ungewöhnliche Rüstung. Jeweils drei Stacheln stechen aus den Schultern hervor, während der Rest von mehreren kleinen Nieten übersäht ist, alles in schwarz gehalten. Es handelt sich um einen Mensch. Entgegen Akarus Erwartung ist die Menge still und sieht zu, wie dieser unheimliche Mann vor das Podest Jahro´s tritt. „Ich bedanke mich für diese Gelegenheit!“, sind seine einzigen Worte, als er einen Creditchip nach oben wirft. Saya wird bleich im Gesicht. „Alles in Ordnung mit dir?“, fragt Akaru. „Saya, wie ist es dir ergangen?“, fragt der unheimliche Mann. Geschockt sieht Akaru Saya an. „Ihr kennt ihn?“ „Was ist, erkennt ihr euren alten Freund Valok nicht mehr?“ Da versteht er sofort, worum es hier geht. „Ich bin kein Sith mehr, ihr habt mich verbannt!“ „Der Meister möchte mit euch reden, ich werde euch nun mitnehmen und ihr werdet Folge leisten!“ „Nur über meine Leiche!“ „Nun, das ist die zweite Option.“ „Kämpft, kämpft, kämpft!“, tobt die nun wieder lebendige Menge. Saya versucht zu antworten, bekommt allerdings nur einen Schrei vor Schmerzen heraus und hält ihren Arm fest. Ihre Meditation wurde aus dem Gleichgewicht gebracht. „Wenn ich gewinne, sind wir frei?“, ruft Akaru dem wohlhabenden Mann nach oben zu. Diese nickt nur. „Du musst dich schonen! Halte einfach durch.“, sagt er zu Saya. „Nein, du hast damit nichts zu tun, setze dein Leben nicht aufs Spiel. Du weißt nicht, wie mächtig Valok ist! Ich werde das tun!“ Saya sackt zu Boden. Ihre Schmerzen sind ihr deutlich anzusehen. Akaru ruft nach oben:“ Ich werde antreten!“ „So sei es.“, entgegnet ihm der Mann. „Wieso tust du das?“ fragt Saya Akaru. Er hilft ihr wieder auf. „Das macht man nun mal so in einer Familie!“ Saya kommen mehrere Tränen über ihre Wangen. „Akaru , warte!“ Sie küsst ihn auf seine rechte Wange und flüstert: „Danke“.

 

 

Die Käfigtür öffnet sich und Akaru tritt heraus. Auf Knopfdruck Jahro´s hin, fallen seine Fesseln zu Boden. Saya wird von Wachen abgeführt und zu Jahro auf das Podest gebracht. „Ich habe schon viele Jedis getötet!“, ertönt die finstere Stimme. „Aber noch keinen Meister!“, erwidert Akaru. Das anfängliche Grinsen im Gesicht der dunklen Gestalt formt sich auf einmal zu purem Hass. Er klingt an seinem Gürtel ein Lichtschwert aus und wirft es hinter sich an den Rand der Arena. Akarus Lichtschwert. Anschließend nimmt er ein weiteres Lichtschwert in die Hand. Die nun vollkommene hasserfüllte Stimme erklingt erneut: „Ich werde euch die Macht der Sith spüren lassen, leidet, sterbt!“ Sein violettes Lichtschwert blitzt nun auf. Aus irgendeinem Grund grinst Akaru. Er ballt seine rechte Faust und lässt durch mehrere Kopfbewegungen es knacksen. Anschließend zieht er seine Robe aus und lässt seinen sich darunter befindlichen Mantel ebenfalls fallen. Zum Vorschein kommen Armschienen, Beinschienen und ein Brustwams alles in braunem Leder gehalten. Ganz in Tradition von Jedi-Kriegern .

 

„Ihr seid am Zug!“ ...

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